Finanzierungslücke in Bremen: Kliniken sehen sich strukturell unterfinanziert
Die Bremer Kliniken schlagen Alarm: Statt 52 Millionen Euro seien mindestens 78 Millionen nötig, so die Krankenhausgesellschaft. Der Verband wirft dem Senat vor, die gesetzliche Förderquote seit Jahren zu unterschreiten – mit gravierenden Folgen für die Versorgung.
- Ökonomie
Die Krankenhausgesellschaft im Land Bremen hat das aktuelle Investitionsprogramm des Bremer Senats scharf kritisiert. Die geplante Summe von 52 Millionen Euro reiche bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf der Kliniken in Bremen und Bremerhaven zu decken. Nach Berechnungen des Verbandes stünde den Häusern eine Förderung von mindestens 78 Millionen Euro zu. Die gesetzlich vorgeschriebene Investitionsquote werde seit Jahren nicht erfüllt. Dies gefährde nicht nur laufende Modernisierungsprojekte, sondern untergrabe langfristig die Leistungsfähigkeit der Häuser. Als Beispiele werden das Klinikum Mitte, das seine Dialyseabteilung erneuern will, und das Klinikum Bremerhaven Reinkenheide, das in neue Medizintechnik investieren will, genannt.
Die Kritik macht erneut deutlich: Der jahrzehntelange Mangel an öffentlichen Mitteln hat zu einem Sanierungsstau in den Krankenhäusern geführt, der sich zu einer weitreichenden Strukturschwäche der stationären Versorgung ausgeweitet hat. Wer auf Sicht fahren will, braucht klare Instrumente – und eine verlässliche Finanzierung. Die chronische Unterfinanzierung der Krankenhausinfrastruktur in ganz Deutschland gleicht aber ehr dem Versuch, ein marodes Dach mit Flickenteppichen wetterfest zu machen. Das wird nicht weiter gutgehen…
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