Fixierung ohne richterliche Genehmigung: Gericht prüft Verantwortung nach Brandtod

Vor dem Landgericht Karlsruhe hat der Prozess nach dem tödlichen Brand in der Notaufnahme des Helios-Klinikums Pforzheim begonnen. Vier Klinikbeschäftigte stehen wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht…

30. Januar 2026
  • QM

In Karlsruhe hat der Strafprozess gegen zwei Ärztinnen und Ärzte sowie zwei Pflegekräfte des Helios-Klinikums Pforzheim begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für den Tod eines 58-jährigen Patienten verantwortlich zu sein, der im Mai 2023 bei einem Brand in der Notaufnahme starb. Der Mann war nach einem Sturz eingeliefert worden und wurde wegen aggressiven Verhaltens fixiert.

Laut Anklage erfolgte die Fixierung ohne richterliche Genehmigung und ohne die gesetzlich vorgeschriebene engmaschige Überwachung. Der Patient sei zeitweise unbeaufsichtigt gewesen, obwohl eine Eins-zu-eins-Betreuung erforderlich gewesen wäre. Zudem soll keine Durchsuchung erfolgt und die Polizei nicht informiert worden sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann ein Feuerzeug bei sich hatte und während einer unbeaufsichtigten Phase die Gurte anzündete. Der Brand breitete sich rasch aus, der Patient starb innerhalb weniger Minuten. Zu Prozessbeginn äußerte sich nur ein Angeklagter über seinen Verteidiger und bestritt jede Beteiligung an der Fixierung. Der Vorsitzende Richter kritisierte die fehlenden Stellungnahmen der übrigen Angeklagten. Die Ehefrau des Verstorbenen tritt gemeinsam mit den Kindern als Nebenklägerin auf. Neun Verhandlungstage sind angesetzt.

Quelle:
swr.de

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