Fragmentierte Klinik-IT bremst KI im Krankenhaus

KI-Anwendungen im Krankenhaus werden in Deutschland durch fragmentierte IT-Systeme, fehlende Interoperabilität und ungeklärte Finanzierung gebremst. Gefordert sind verbindliche Standards, koordinierte Investitionen und zentrale Steuerung…

5. Mai 2026
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KI im Krankenhaus wird in Deutschland vor allem durch fehlende Interoperabilität gebremst. Nicht die Leistungsfähigkeit einzelner Algorithmen steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob Kliniksysteme Laborwerte, Vitalparameter, Medikationsdaten und weitere Informationen strukturiert, aktuell und systemübergreifend bereitstellen können.

Der DigitalRadar Krankenhaus zeigt den Rückstand deutlich. Der durchschnittliche Digitalisierungswert stieg zwar von 33 auf 42 von 100 Punkten. Dennoch stehen 92 % der deutschen Krankenhäuser weiter auf den beiden untersten von sieben Digitalisierungsstufen. Kein Haus erreicht die beiden höchsten Stufen. Besonders groß ist die Lücke zwischen Maximalversorgern mit 51,9 Punkten und Grundversorgern mit 38,3 Punkten.

Mit ISiK, der ePA und dem EHDS nennt der Beitrag zentrale Instrumente, deren Wirkung von Umsetzung, Finanzierung und Koordination abhängt. ISiK verpflichtet Hersteller zu standardisierten Schnittstellen auf Basis von HL7 FHIR. Die elektronische Patientenakte setzt ebenfalls auf FHIR und IHE-Standards. Entscheidend bleibt aber, ob Krankenhäuser die Vorgaben technisch, finanziell und personell umsetzen können.

Die DKG fordert verbindliche technische und semantische Normen, finanzielle Entschädigung für die Datenbereitstellung und vielfältige Trainingsdaten für KI-Anwendungen. Sie sieht zudem eine Finanzierungslücke, weil der Krankenhauszukunftsfonds Systeme fördert, aber nicht ausreichend deren Infrastruktur und Betrieb.

Internationale Beispiele zeigen, dass zentrale Koordination, verbindliche Standards und Durchsetzungsmechanismen entscheidend sind. Deutschland braucht daher eine abgestimmte nationale Strategie, gesicherte Betriebskostenfinanzierung und gezielte Unterstützung für Grundversorger.

Quelle:
daskrankenhaus.de

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