Frankfurter Landgericht verschärft Urteil gegen Anästhesisten nach BGH-Revision

Wegen Mordes und dreifachen versuchten Mordes muss ein Anästhesist dreizehneinhalb Jahre in Haft. Er hatte 2021 in einer Kronberger Zahnarztpraxis Kindern verunreinigtes Propofol gespritzt, ein vierjähriges Mädchen starb…

8. Oktober 2026
  • QM

Das Frankfurter Landgericht hat einen 69-jährigen Anästhesisten wegen Mordes und versuchten Mordes in drei Fällen zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte im September 2021 in einer Kronberger Zahnarztpraxis einer Erwachsenen und vier Kindern verunreinigtes Propofol aus derselben Flasche verabreicht. Ein vierjähriges Mädchen starb nachts auf dem Behandlungsstuhl, zwei weitere Kinder überlebten nur knapp nach künstlicher Beatmung in der Frankfurter Uniklinik.

Der Arzt arbeitete ohne vorgeschriebene Assistenzkraft und beging laut Gericht weitere schwere Hygienefehler. Trotz des lebensbedrohlichen Zustands der Kinder schickte er drei von ihnen nach Hause. Die Angehörigen des sterbenden Mädchens beschwichtigte er stundenlang und lehnte eine Krankenhauseinweisung ab.

Richter Alexander El Duwaik stellte fest, der Angeklagte habe mit Verdeckungsabsicht gehandelt. Staatsanwältin Constanze Jung betonte, das Urteil beantworte nach sechs Jahren die zentrale Frage: Der Arzt habe die Kinder nicht ins Krankenhaus gebracht, um seine Behandlungsfehler zu verbergen.

Bereits 2024 war der Mann wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und verwies den Fall zurück an eine andere Kammer.

Quelle:
aerzteblatt.de

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