Fraunhofer-Forschung sieht KI-Zwillinge als nächsten Schritt der Gesundheitsdigitalisierung

Fraunhofer-Forschende sehen in digitalen Patienten-Zwillingen ein mögliches Werkzeug für präzisere Prävention und Therapie. Noch stehen Krankheits- und Organmodelle im Mittelpunkt, doch ePA, GDNG und mehr Daten könnten die Entwicklung beschleunigen…

1. April 2026
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Digitale Patienten-Zwillinge könnten die Gesundheitsversorgung verändern, weil sie Prävention, Diagnose und Therapie stärker auf einzelne Menschen ausrichten. Forschende des Fraunhofer-Institus halten es für möglich, dass sich diese KI-gestützten Modelle bis 2033 in der Versorgung etablieren, obwohl Deutschlands Gesundheitswesen bei der Digitalisierung bislang langsam vorankam.

Die Idee bündelt medizinisch relevante Daten aus Arztpraxen, Krankenhäusern, Apps und Wearables in einem digitalen Abbild. Eine KI soll darin Muster erkennen und Risiken wie Herzerkrankungen oder Diabetes Typ 2 früh sichtbar machen. Das Ziel ist eine Medizin, die Krankheiten früher erkennt und möglichst verhindert.

Einen vollständigen digitalen Zwilling des Menschen kann die Forschung bisher nicht abbilden. Deshalb konzentrieren sich Projekte auf bestimmte Krankheitsverläufe wie Diabetes, Multiple Sklerose oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sowie auf einzelne Organe wie Herz und Lunge. Ärztinnen und Ärzte sollen so Therapieoptionen virtuell prüfen und gezielter entscheiden können.

Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz und die elektronische Patientenakte könnten diese Entwicklung beschleunigen. Sie erleichtern der Forschung den Zugang zu anonymisierten Daten, sofern Versicherte nicht widersprechen. Gleichzeitig bleibt die Datenbasis ein Problem: Laut Fraunhofer arbeiten viele KI-Systeme für weiße, heteronormative Männer am präzisesten. Mehr und vielfältigere Gesundheitsdaten sollen diese Verzerrung verringern.

Quelle:
focus.de

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