Friedrichshafen sucht Ausweg aus der Finanzierungskrise
Friedrichshafen kann die Verluste des Krankenhauses nicht mehr tragen. Stadt, Landkreis und Land ringen um Zuständigkeiten. Die Unsicherheit wächst. Eine Planinsolvenz soll nun Optionen eröffnen…
- Ökonomie
Das Krankenhaus Friedrichshafen steht vor einer ungewissen Zukunft. Über Jahre glich die Stadt Defizite aus, zuletzt in zweistelliger Millionenhöhe. Mit Amtsantritt machte Oberbürgermeister Simon Blümcke deutlich, dass diese Trägerschaft nicht fortgeführt werden kann. Nach Landesrecht liegt die Verantwortung für die Klinikversorgung bei den Landkreisen. Der Bodenseekreis scheute jedoch eine Übernahme aus Kostengründen.
Monatelange Gespräche blieben ohne Ergebnis. Die Stadt erhöhte den Druck, ging an die Öffentlichkeit und beschloss schließlich den Ausstieg aus der Trägerschaft für den Medizin Campus Bodensee. Eine Privatisierung stieß bei Beschäftigten auf Widerstand. Parallel wuchs die Sorge um Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit.
Da eine kurzfristige Lösung ausblieb, bereiteten Stadt und Landkreis ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung vor. Das Amtsgericht Ravensburg genehmigte die Planinsolvenz. Der Betrieb läuft weiter, Gehälter sind gesichert. Im Januar sollen erste Ergebnisse vorliegen, darunter mögliche Kooperationen oder strukturelle Einschnitte.
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