Gaß plädiert für Effizienz statt pauschaler Kürzungen im Gesundheitswesen

Gerald Gaß warnt vor pauschalen Kürzungen im Gesundheitswesen. Krankenhäuser könnten nur dann sparen, wenn Politik Investitionen, Ambulantisierung, Bürokratieabbau und Kooperation ermöglicht statt den finanziellen Druck weiter zu erhöhen…

13. April 2026
  • Politik

DKG-Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß weist pauschale Sparvorgaben für das Gesundheitswesen zurück. Er argumentiert, dass Einsparungen nur über mehr Effizienz gelingen. Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip schwächen aus seiner Sicht die Versorgung und verschärfen bestehende Strukturprobleme.

Gaß beschreibt die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser als angespannt. Mehr als zwei Drittel der Kliniken schreiben rote Zahlen. Gleichzeitig sollen die Häuser in diesem Jahr rund 1,8 Mrd. € an kurzfristigen Sparmaßnahmen tragen. Gaß warnt, dass geringere finanzielle Spielräume nicht zu mehr Effizienz führen, sondern zu Leistungseinschränkungen, mehr Bürokratie und im Extremfall zu Wartelisten.

Als Gegenmodell nennt er vier Hebel. Kliniken müssten Prozessinnovationen etwa bei Patientenflüssen, OP-Planung und digitaler Dokumentation weiterentwickeln können. Die Ambulantisierung brauche verlässliche Anreize statt Fehlsteuerungen und Sektorengrenzen. Bürokratieabbau könne sofort Ressourcen freisetzen: Eine Stunde weniger Dokumentation würde laut Gaß 50.000 Vollkräfte in der Pflege und 20.000 Vollkräfte bei den Ärzten für die direkte Versorgung verfügbar machen. Außerdem fordert er mehr Kooperation und Spezialisierung statt starrer Vorgaben wie der Zwei-Kilometer-Standortdefinition.

Sein Fazit lautet, dass die Politik Effizienzpotenziale heben muss, nicht Leistungserbringer durch ideenlose Kürzungen blockieren.

Quelle:
dkgev.de

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