Geburt auf dem Standstreifen: Hebammenverband sieht Folgen der Klinikzentralisierung
Eine Frau hat ihr Baby auf dem Standstreifen der A23 geboren. Der Hebammenverband Schleswig-Holstein sieht darin ein wachsendes Problem durch längere Wege, weniger Krankenhäuser und fehlende Erfassung solcher Fälle…
- Politik
Die Geburt auf dem Standstreifen der A23 steht nach Darstellung des Hebammenverbands Schleswig-Holstein für ein größeres Problem. Der Verband sagt, dass Geburten im Auto oder Rettungswagen zunehmen, weil die Wege länger werden und die Zahl der Krankenhäuser sinkt.
Eine Frau brachte ihr Baby am vergangenen Mittwochabend auf der A23 nahe der Anschlussstelle Halstenbek-Krupunder im Kreis Pinneberg zur Welt. Als die Feuerwehr eintraf, waren Rettungsdienst und Polizei schon vor Ort. Rund 24 Feuerwehrleute sperrten den Standstreifen ab und unterstützten die Versorgung von Mutter und Neugeborenem. Danach brachte der Rettungsdienst beide in ein Krankenhaus.
Ein Sprecher der Feuerwehr nannte den Einsatz außergewöhnlich und sehr schön. Anke Bertram, Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, setzte einen anderen Schwerpunkt. Sie sagte, solche Zwischenfälle häuften sich durch die Zentralisierung der Kliniken, kämen aber meist nicht an die Öffentlichkeit.
Bertram kritisierte außerdem, dass niemand diese Fälle systematisch erfasst. Eine Statistik oder eine Meldestelle für Autogeburten gebe es nicht. Ein Polizeisprecher in Kiel bestätigte, dass Geburten im Auto oder Rettungswagen nicht gesondert erfasst werden. Bereits zu Beginn des Jahres brachte eine Frau aus Schleswig-Holstein ihre Tochter in Hamburg in einem Auto zur Welt.
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