Hebammenkreißsaal: Mannheim setzt auf Eins-zu-eins-Betreuung
Das Universitätsklinikum Mannheim ist als erste Klinik in Baden-Württemberg und erste deutsche Universitätsklinik mit HKS+ zertifiziert und bietet gesunden Schwangeren eine Geburt mit durchgehender Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme…
- QM
Das Universitätsklinikum Mannheim hat als erste Klinik in Baden-Württemberg und als erste deutsche Universitätsklinik das Zertifikat HKS+ des Deutschen Hebammenverbands erhalten. Das Zertifikat bescheinigt die Einhaltung wesentlicher Qualitätsstandards für den Hebammenkreißsaal und verbindet nach Angaben des DHV die Kriterien des Betreuungskonzepts mit den Grundsätzen der Patient:innensicherheit.
Der Hebammenkreißsaal richtet sich an gesunde Schwangere, die sich bewusst für dieses Modell entscheiden. Sie werden über den gesamten Geburtsprozess ausschließlich von einer Hebamme betreut, die den natürlichen Verlauf der Geburt begleitet und eine Geburt ohne medizinische Intervention unterstützt. Projektleiterin und stellvertretende leitende Hebamme Maja Hardenberg beschreibt das Angebot als individuelle, kontinuierliche Eins-zu-eins-Betreuung.
Vorgesehen sind zwei Vorgespräche in der Hebammensprechstunde, in denen medizinische Vorgeschichte und Wünsche zur Geburt erhoben werden, um die grundsätzliche Eignung für das Konzept zu prüfen. Hardenberg betont, dass sich die werdenden Mütter intensiv mit dem Geburtsprozess beschäftigen und einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht haben sollten. Begünstigt wird das Konzept laut Text durch die Wochenbettstation der UMM mit ausschließlich Einzelzimmern, die auch als Familienzimmer genutzt werden können.
Eine routinemäßige ärztliche Begleitung ist im Hebammenkreißsaal nicht vorgesehen. Bei unerwarteten Auffälligkeiten während der Geburt steht nach Aussage von Professor Dr. Marc Sütterlin, Direktor der Frauenklinik, die Hochleistungsmedizin mit Fachärzt:innen der Geburtshilfe, Anästhesie und Kinderklinik bereit. Sütterlin nennt als häufigsten Grund für ärztliche Intervention die Gabe von Schmerzmitteln, etwa eine PDA. Für Schwangere mit Vorerkrankungen sowie bei Risiko- oder Mehrlingsgeburten ist laut Pressemitteilung eine ärztliche Begleitung notwendig.
Getragen wird der Hebammenkreißsaal von zwölf speziell geschulten Hebammen als Teil des Gesamtteams. Der Pflegerische Departmentleiter Alexander Forster bewertet Hebammenkreißsaal und Zertifizierung als Ergebnis außerordentlichen Engagements, als attraktives alternatives Angebot für werdende Mütter und als neues Tätigkeitsfeld, das die Arbeitgeberattraktivität steigere. Hardenberg sieht in Einführung und Zertifizierung eine große Wertschätzung der Berufsgruppe. Für den DHV gratuliert Andrea Köbke und bezeichnet den Hebammenkreißsaal an einer Uniklinik mit höchster Versorgungsstufe als Zugewinn für die freie Wahl des Geburtsorts.
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