Geburtshilfe in Thüringen vor Belastungsprobe durch neues Abrechnungssystem

Neue Abrechnungsregeln verunsichern Beleghebammen in Thüringen. Erste Kündigungen zeigen, wie groß die Sorge um Einkommen und Zukunft der Geburtshilfe ist…

17. Dezember 2025
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An mehreren Thüringer Kliniken haben Beleghebammen ihre Tätigkeit beendet. Hintergrund sind neue Vergütungsregelungen, die seit November gelten und zu spürbaren Einkommenseinbußen führen können. Am Helios-Klinikum Erfurt bestätigte das Hebammenteam mehrere Kündigungen. Die verbleibenden Fachkräfte berichten von großer Unsicherheit und Existenzängsten.

Beleghebammen arbeiten freiberuflich und rechnen ihre Leistungen direkt mit den Krankenkassen ab. Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbandes verlieren insbesondere freiberuflich tätige Beleghebammen durch das neue System mindestens 20 Prozent ihres Einkommens. Ausschlaggebend ist eine veränderte Berechnung, wenn parallel mehrere Schwangere betreut werden. In solchen Fällen wird nicht mehr jede Geburt vollständig vergütet.

Krankenkassen wie die AOK verweisen darauf, dass belastbare Aussagen erst nach Auswertung der Abrechnungsdaten möglich seien. In Thüringen wird rund jede vierte Geburt von einer der landesweit 45 Beleghebammen begleitet.

Quelle:
mdr.de

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