Gender Pay Gap in der Medizin: Ärztinnen in Deutschland erhalten 21 Prozent weniger als ihre Kollegen
Frauen stellen 77 Prozent des Gesundheitspersonals in Europa, verdienen aber bis zu 28 Prozent weniger pro Monat. Die WHO sieht das als strukturelles Problem und drängt auf verbindliche Maßnahmen…
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Eine WHO-Analyse aus 43 der 53 europäischen Mitgliedstaaten zeigt, dass der Gender Pay Gap im Gesundheits- und Pflegesektor kein Randphänomen ist, sondern ein strukturelles Muster. Die WHO Europa benennt die systematische Unterbewertung frauendominierter Arbeit als Hauptursache und fordert von den Mitgliedstaaten konkrete gesetzliche und organisatorische Maßnahmen.
Frauen stellen fast 77 Prozent des Personals in der WHO-Region Europa, verdienen aber im Schnitt 19 Prozent weniger pro Stunde und 28 Prozent weniger pro Monat als ihre männlichen Kollegen. Bereinigt um Faktoren wie Alter, Bildungsstand, Arbeitszeit und Sektorzugehörigkeit sinkt die Stundenlohnlücke auf sechs Prozent, die Monatslohnlücke auf zehn Prozent.
Besonders ausgeprägt ist der Gap in den oberen Gehaltsgruppen. Denn während in den unteren Lohnsegmenten der Unterschied rund zwei Prozent beträgt, wächst er an der Spitze der Gehaltsskala auf fast 23 Prozent. In der deutschen Humanmedizin erhalten ambulant in Vollzeit angestellte Ärztinnen durchschnittlich 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Natasha Azzopardi-Muscat, Direktorin der Abteilung Gesundheitssysteme bei WHO Europa, bezeichnet den Gender Pay Gap als strukturelles Problem, nicht als Qualifikationsfrage und erklärt, jeder Mitgliedstaat könne heute mit der Lösung beginnen. Die WHO Europa fordert unter anderem verpflichtende Berichtspflichten zur Lohnlücke, nach Geschlecht, Beruf und Ethnie aufgeschlüsselte Lohndaten, eine schärfere Durchsetzung von Equal-Pay-Gesetzen sowie eine grundsätzliche Aufwertung der Vergütung in Gesundheits- und Pflegeberufen.
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