Gendermedizin in Deutschland – Ein Lebenswerk mit Wirkung
Unbeirrbar und wissenschaftlich fundiert: Vera Regitz-Zagrosek hat die Gendermedizin in Deutschland verankert. Mit Mut, Forschungskraft und Widerstand gegen Konventionen schrieb sie Medizingeschichte – zugunsten von Patient:innen und gegen starre Rollenbilder.
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Vera Regitz-Zagrosek gilt als Wegbereiterin der Gendermedizin in Deutschland. Als Kardiologin forschte sie früh zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In einem Gesundheitssystem, das lange auf männliche Normdaten fixiert war, stellte sie fest: Frauen erkranken anders – und sie benötigen oft andere Therapien. Gegen erhebliche Widerstände etablierte sie diese Erkenntnisse in Forschung, Lehre und klinischer Praxis. So fanden geschlechtsspezifische Therapien Eingang in medizinische Leitlinien und Ausbildungscurricula. Mit Gründungen wie dem Berliner Institut für Geschlechterforschung in der Medizin und internationalen Fachgesellschaften schuf sie nachhaltige Strukturen. Ihre Arbeit beeinflusst nicht nur die Versorgung von Patient:innen, sondern auch das Denken junger Mediziner:innen. Sie stellte die Frage nach Gerechtigkeit im Behandlungsraum – und veränderte die Medizin nachhaltig.
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