Generalistische Pflegeausbildung verdrängt Nachwuchs aus der Kinderpflege
Der BVKJ warnt vor einem sich zuspitzenden Personalnotstand in der Kinder- und Jugendpflege. Ursache sei die generalistische Pflegeausbildung von 2020. Der Verband fordert eine rasche Kurskorrektur…
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Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) schlägt Alarm, denn in der stationären Versorgung Minderjähriger fehlt es massiv an Fachpersonal. Bereits heute müssen Stationen schließen, weil Kliniken keine geeigneten Pflegekräfte finden. Besonders kritisch ist die Lage in der Spezialpflege für Frühgeborene, Schwerstkranke und Intensivpatienten.
BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske rechnet damit, dass sich die Situation in den kommenden drei bis vier Jahren weiter zuspitzt. Er warnt vor einem „großen Knall“, wenn erfahrene Kräfte abwandern und kein Nachwuchs nachkommt.
Als Beispiel nennt Maske die Lage vor zwei Jahren. Damals mussten Kinder aus Berliner Kliniken nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verlegt werden, weil Stationen wegen fehlender Fachkräfte geschlossen waren und Kapazitäten fehlten. Solche Situationen würden sich wiederholen.
Als Hauptursache benennt Maske die Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung, die vor sechseinhalb Jahren eingeführt wurde. Wer Kinder pflegen möchte, muss seither zunächst zwei Jahre mit Erwachsenen arbeiten. Das schrecke viele Interessierte ab, die sich gezielt für die Kinderpflege entschieden hätten. Sie wählten stattdessen Berufe wie Lehrer oder Erzieher.
Der BVKJ fordert Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) auf, die Pflegereform von 2020 rückgängig zu machen.
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