Geplante Gesetzgebung verunsichert Praxisnachfolger und gefährdet die ambulante Versorgung
Dr. Ilka Martina Enger sieht die ambulante Versorgung durch Nachwuchsmangel, Honorarkürzungen und den Sparkurs gefährdet, während die Politik Ärzte und Apotheker gegeneinander ausspielt…
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Nach Ansicht von Dr. Ilka Martina Enger wird die ambulante Medizin an politischen Fehlern scheitern, deren Wurzeln bis zu Bismarck zurückreichen.
Bismarck wollte die etwa zehn Prozent Ärmsten absichern, um sozialen Sprengstoff zu entschärfen. Später zog der Staat die Versorgung an sich, sodass 90 Prozent der Bürger pflichtversichert sind. Das Versprechen einer Rundum-Absicherung hat das System nach Dr. Engers Ansicht unfinanzierbar gemacht.
Die Politik will Beamte und Selbständige in die Pflichtversicherung zwingen, die Beitragsbemessungsgrenze anheben und auf PKV-Rückstellungen zugreifen. Dr. Enger hält dagegen, dass PKV-Versicherte Leistungsansprüche mitbringen, sodass das Geld nie reicht. Gespart werden soll vor allem bei ambulanten Ärzten, Apothekern und therapeutischen Fächern.
Viele Ärzte werden ihre Praxen in den nächsten Jahren abgeben. Mediziner in der Facharztausbildung könnten sich in etwa drei Jahren niederlassen, sind aber durch die geplante Gesetzgebung verunsichert. Die Karriere in der Klinik oder einem MVZ erscheint ihnen sicherer. Das gefährdet die Altersabsicherung der Ärzte und die Versorgung der Patienten.
Wenn Krankenhäuser weiter kaputtgespart werden, sinkt die Zahl der Ausbildungsstätten für Mediziner, und der Medizinermangel wächst. Auch das Interesse an medizinisch-technischen Fachangestellten (MFA) schwindet, weil deren Gehalt an den immer schmaler werdenden Praxisumsätzen hängt.
Überschreiten Ärzte die Fallzahlgrenze, sinkt ihr Honorar massiv, bis auf 10 Prozent, sodass sie nach Dr. Engers Darstellung Patienten ablehnen müssen. Ein Gutachten der KV Bayern besagte vor etwa zehn Jahren, dass eine Praxis mindestens 320.000 Euro Umsatz benötigt, um ein Oberarztgehalt zu erwirtschaften.
Apotheker sollen impfen und Medikamente verschreiben dürfen. Dr. Enger hält die Strategien für untauglich, weil sie die Versorgung verschlechtern.
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