Gerald Gaß: Staat muss Versorgung sichern statt Vorschriften stapeln

DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert angesichts wachsender Bürokratie und Fachkräftemangel einen grundlegenden Kurswechsel hin zu ergebnisorientierter Gesundheitspolitik…

30. September 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Dokumentationspflichten binden im deutschen Gesundheitswesen rechnerisch die Arbeitsleistung von rund 176.000 Vollkräften. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert deshalb einen Paradigmenwechsel. Der Staat müsse Ergebnisse messen, statt jeden Weg dorthin vorzuschreiben.

Anlass für seinen Appell sind die jüngsten Landtagswahlen, bei denen Parteien an den politischen Rändern deutlich zugelegt haben. Gaß deutet die Ergebnisse als Vertrauensverlust in die Problemlösungsfähigkeit des Staates.

Im Klinikalltag zeige sich das Problem konkret: Ärztinnen und Ärzte verbringen täglich durchschnittlich 2,9 Stunden, Pflegekräfte 2,7 Stunden mit Nachweispflichten. Der demografische Wandel verschärfe die Lage zusätzlich, weil weniger Erwerbstätige künftig mehr ältere und chronisch kranke Menschen versorgen müssen. Fehlendes Personal lasse sich nicht per Gesetz verordnen.

Gaß plädiert nicht für weniger Staat, sondern für einen anderen. Krankenhäuser müssten wirtschaftlich stabilisiert, überflüssige Regulierung abgebaut und Qualität an Behandlungsergebnissen gemessen werden. Jede Stunde unnötiger Dokumentation fehle am Patientenbett.

Quelle:
daskrankenhaus.de

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