Gesundheitsakteure beraten über neuen Ordnungsrahmen für die ambulante Versorgung

Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Verbänden Gespräche zur Einführung eines Primärversorgungssystems begonnen. Digitale Ersteinschätzung, Terminsteuerung und Zeitplan stehen im Fokus. Zentrale Ausgestaltungsfragen bleiben offen…

29. Januar 2026
  • Politik

Auftakt im Ministerium
Das Bundesgesundheitsministerium hat in Berlin einen ersten Fachdialog zur Einführung eines Primärversorgungssystems geführt. Nina Warken sprach nach dem Austausch mit rund 30 Verbänden von einer tiefgreifenden Strukturveränderung für das Gesundheitswesen. Ein Referentenentwurf soll im Sommer vorliegen, ein Kabinettsbeschluss noch 2026 erfolgen.

Digitale Steuerung als Kernbaustein
Nach Angaben der Ministerin soll das System Patientinnen und Patienten besser lenken, Wartezeiten verkürzen und eine telefonische oder digitale Ersteinschätzung etablieren. Ergänzend sind Regelungen zu digitalen Anwendungen sowie zur berufsübergreifenden Zusammenarbeit in weiteren Gesetzen vorgesehen. Erste Effekte erwartet das Ministerium ab 2028.

Positionen der Selbstverwaltung
Der GKV-Spitzenverband plädiert laut Vorständin Stefanie Stoff-Ahnis für eine digitale Ersteinschätzung, elektronische Überweisungen und eine bundesweite Terminbörse, angebunden an Krankenkassen-Apps oder die Nummer 116117. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verweist auf mögliche Effizienzgewinne, sieht aber kurzfristig keine relevanten Einsparungen und betont die Rolle der ärztlichen Koordination.

Offene Fragen zu Organisation und Anreizen
Uneinigkeit besteht über den Betrieb der zentralen Plattform und die Finanzierung zusätzlicher Module. Warken stellte klar, dass die Organisation bei der Ärzteschaft liegen solle, die Finanzierung bei der Versichertengemeinschaft. Weitere Akteure wie die Bundesärztekammer, der AOK-Bundesverband und die Techniker Krankenkasse signalisierten Gesprächsbereitschaft und forderten zügige Entscheidungen zu Steuerungsinstrumenten und verbindlichen Regeln.

Quelle:
aerzteblatt.de

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