Gesundheitscampus Wesel übernimmt drei Hausarztpraxen ohne Nachfolge

Der Gesundheitscampus Wesel hat drei Hausarztpraxen ohne Nachfolge übernommen und verbindet ambulante, stationäre, pflegerische und therapeutische Angebote zu einem regionalen Versorgungsverbund…

27. Oktober 2026
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Für Krankenhäuser ist die ambulante Primärversorgung unmittelbar relevant. Brechen Hausarztpraxen weg, können Notaufnahmen stärker beansprucht werden und vermeidbare stationäre Behandlungen zunehmen. Klinikträger sollten deshalb zuerst den künftigen regionalen Versorgungsbedarf ermitteln und daraus ihre Investitionen ableiten.

Der Gesundheitscampus Wesel zeigt, wie das gelingen kann. Aus einem klassischen Krankenhaus entstand ein Verbund, der ambulante und stationäre Medizin mit Pflege und Therapie verbindet. Das Ambulante OP-Zentrum (AOZ) bündelt klinische sowie MVZ-Ärztinnen und -Ärzte, die gemeinsam ambulante Operationen durchführen.

In Wesel übernahm der Gesundheitscampus drei Hausarztpraxen, nachdem altersbedingt keine Nachfolge gefunden werden konnte. Ziel war der Erhalt bestehender Angebote vor Ort. Vor jeder Übernahme führt Wesel eine Due Diligence mit wirtschaftlicher, rechtlicher und finanzieller Analyse durch und entwickelt einen individuellen Integrationsplan.

Wirtschaftlich rechnet sich regionale Versorgung nicht automatisch für den einzelnen Leistungserbringer, weshalb ambulante Angebote in ein tragfähiges Geschäftsmodell eingebunden werden müssen. Als zweite Hürde nennt der Autor das Personal. MVZ-Strukturen können attraktivere Rahmenbedingungen bieten, etwa Angestelltenverhältnisse, flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle, Teamarbeit und Entlastung von administrativen Aufgaben. Die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin organisieren Krankenhaus und MVZ in Wesel gemeinsam.

Das hausärztliche Netzwerk umfasst sieben Standorte mit 18 Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise 13 Vollzeitäquivalenten. Die Zahl der jährlich versorgten Patientinnen und Patienten stieg von rund 2.000 im Jahr 2022 auf voraussichtlich rund 25.000 im Jahr 2026.

Das Modell lässt sich nicht eins zu eins übertragen. Übertragbar ist jedoch das Vorgehen aus Bedarfsanalyse, Bestimmung der eigenen Rolle, wirtschaftlichem Modell und daraus abgeleiteten Investitionen.

Quelle:
daskrankenhaus.de

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