Gesundheitskosten: Lauterbachs Kurs zwischen Finanzierungslücken und Effizienzdebatte

Der Gesetzgeber setzt zunehmend auf steuernde Maßnahmen zur Effizienz- und Kostenkontrolle im Gesundheitswesen, statt auf den freien Wettbewerb zu vertrauen – ein Eingriff, der den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen durch rigide Vorgaben, etwa bei der Krankenhausreform, zurückdrängt.

30. Oktober 2024
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Braucht das Gesundheitswesen mehr unternehmerische Freiheit?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht vor massiven finanziellen Herausforderungen: Für das Jahr 2025 wird ein Defizit von 13,8 Milliarden Euro erwartet, was zu einem Anstieg des Beitragssatzes auf über 17 Prozent führen dürfte – eine Entwicklung, die sich bereits 2022 abzeichnet. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kritisiert, das deutsche Gesundheitssystem sei zwar das teuerste in Europa, aber „in vielen Bereichen ineffizient“. Statt Anreize zu setzen, die Wettbewerb und Effizienz fördern, greift er lieber direkt in die Versorgungsstruktur ein. So wurden Arzneimittelpreise gesenkt, Rücklagen angegriffen und der Bundeszuschuss erhöht, um die Finanzierung der GKV stabil zu halten. Die Krankenhausreform geht in eine ähnliche Richtung: Kliniken dürfen bestimmte Leistungen nur noch mit behördlicher Genehmigung erbringen, was zu einer stärkeren Steuerung und Qualitätsorientierung führen soll. Während die Politik damit versucht, die Gesundheitsausgaben in den Griff zu bekommen, bleibt fraglich, ob die gewählte Strategie langfristig Effizienz sichert oder den Spielraum für innovative Versorgungsmodelle zu stark einschränkt…

Quelle:

faz.net


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