Gesundheitsministerium startet Dialog zur hausärztlichen Steuerung

Das Gesundheitsministerium will den Zugang zur medizinischen Versorgung neu ordnen. Ein Dialogverfahren soll klären, wie Hausärztinnen und Hausärzte künftig stärker steuern…

30. Januar 2026
  • Politik

Das Bundesgesundheitsministerium plant eine grundlegende Reform der ambulanten Versorgung. Künftig sollen Patientinnen und Patienten den Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten in der Regel über Hausärztinnen und Hausärzte oder eine digitale Ersteinschätzung erhalten. Damit soll das sogenannte Primärversorgungssystem gestärkt werden. Gesundheitsministerin Nina Warken bezeichnet das Vorhaben als zentrale Strukturveränderung der laufenden Legislaturperiode.

Hintergrund sind lange Wartezeiten und wachsende Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands wartet ein großer Teil der gesetzlich Versicherten mehrere Wochen auf Facharzttermine. Die Reform soll für mehr Orientierung sorgen und Ressourcen gezielter einsetzen.

Vorgesehen sind Ausnahmen, etwa für Vorsorgeuntersuchungen, chronisch kranke Menschen sowie bestimmte Fachrichtungen. Details sollen im laufenden Dialog mit Kassen, Verbänden und Leistungserbringern erarbeitet werden. Ergänzend sind eine telefonische und digitale Ersteinschätzung, elektronische Überweisungen und eine Stärkung der Rufnummer 116117 geplant. Patientenverbände äußern Kritik und warnen vor zusätzlichen Hürden. Ein Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

Quelle:
taz.de

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