Beivers: GKV-Spargesetz begrenzt Ausgaben, löst aber keine Strukturprobleme

Der Gesundheitsökonom Andreas Beivers sieht im GKV-Sparpaket keine echte Reform und fordert vor allem ein leistungsfähiges Primärversorgungssystem sowie eine langfristige Neuausrichtung der GKV…

29. Juli 2026
  • Politik
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Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz entlastet die GKV kurzfristig, schafft aber keine strukturellen Veränderungen. Das ist die Kernkritik von Andreas Beivers, Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius in München. Im Podcast „Die Berliner Stunde“ der Ärzte Zeitung bezeichnet er das Gesetz als Versuch, den Ausgabenanstieg zu begrenzen, nicht als Reform im eigentlichen Sinne.

Den größten Handlungsbedarf sieht Beivers auf der Nachfrageseite des Gesundheitswesens. Neben der Notfallreform hält er den Aufbau eines leistungsfähigen Primärversorgungssystems für besonders dringlich. Ziel müsse eine gezielte Steuerung und Begleitung von Patientinnen und Patienten durch das Versorgungssystem sein.

Gleichzeitig warnt er davor, dieses System allein auf Hausärztinnen und Hausärzte zu stützen. Angesichts bevorstehender Ruhestände werde sich der bereits bestehende Hausarztmangel weiter verschärfen.

Langfristig sieht Beivers noch größere Herausforderungen. Die Politik müsse bereits heute klären, wie die GKV organisiert und finanziert werden soll. Dabei gehe es auch um die künftige Rolle der Krankenkassen und die Weiterentwicklung der gesamten Systemarchitektur.

Quelle:
aerztezeitung.de

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