Gesundheitsökonom Hodek zum GKV-Sparpaket: Versicherte tragen die größte Last
Der Gesundheitsökonom Prof. Jan-Marc Hodek hält das GKV-Sparpaket für notwendig, sieht aber eine klare Mehrbelastung der Versicherten. Die Reform schließe in erster Linie Finanzlücken und ersetzt keine Strukturreformen…
- Politik
Prof. Jan-Marc Hodek hält das Sparpaket für die Gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich für richtig, weil es den Anstieg der Ausgaben stärker an den Einnahmen ausrichten soll. Er sieht aber eine klare Schlagseite zulasten der Versicherten. Nach seiner Einschätzung tragen sie einen überproportionalen Teil der geplanten Entlastung von 20 Milliarden Euro im Jahr 2027.
Hodek verweist darauf, dass rund acht Milliarden Euro nicht aus Einsparungen, sondern aus zusätzlichen Einnahmen kommen. Diese sollen unter anderem über höhere Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente, Änderungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern, eine Senkung des Krankengeldes und die geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze erzielt werden.
Bei Ärzten, Kliniken und Pharmaunternehmen erwartet Hodek keine echten Kürzungen, sondern begrenzte Vergütungs- und Preissteigerungen. Die Streichung von Sondervergütungen für zusätzliche Sprechstunden hält er für vertretbar, weil diese aus seiner Sicht die Wartezeiten nicht verbessert haben. Auch das Hautkrebsscreening bewertet er kritisch und verweist auf hohe Kosten bei begrenztem Nutzen.
Für Hodek ist das Paket nur ein kurzfristiges Notpflaster. Wichtiger wären echte Strukturreformen, etwa weniger Doppeluntersuchungen, mehr ambulante statt stationäre Versorgung, eine bessere Steuerung von Arztkontakten und stärkere Prävention. Nur so lasse sich die Finanzierung dauerhaft stabilisieren.
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