Gesundheitsreform streicht Informationspflicht: AOK warnt vor Folgen für Versicherte
Die Gesundheitsreform schafft die Informationspflicht der Krankenkassen bei Zusatzbeitragserhöhungen ab. AOK, SPD und Finanzexperten kritisieren das als überschießend…
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Mit der Gesundheitsreform entfällt die Pflicht der Krankenkassen, Versicherte schriftlich über steigende Zusatzbeiträge zu informieren. Der AOK-Bundesverband zeigt sich überrascht. Sprecher Dr. Kai Behrens erklärte gegenüber MDR AKTUELL, die Regierungskoalition sei damit über das Ziel hinausgeschossen. Die Kassen hätten zwar Vorschläge zum Bürokratieabbau eingebracht, eine vollständige Abschaffung der Informationspflicht aber nicht erwartet.
Bisher waren Krankenkassen verpflichtet, steigende Zusatzbeiträge per Post anzukündigen. Die AOK beziffert die Kosten dafür auf bis 100 Millionen Euro.
SPD-Gesundheitspolitiker Dr. Christos Pantazis sieht Nachsteuerungsbedarf. Er fordert eine praxistaugliche Neuregelung, bei der Versicherte niedrigschwellig und verlässlich informiert werden, insbesondere über digitale Kanäle.
Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen warnt gegenüber MDR AKTUELL vor konkreten Nachteilen. Versicherte könnten die Frist für ein Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen verpassen. Er empfiehlt, regelmäßig den Lohnzettel zu prüfen oder direkt bei der Krankenkasse nachzufragen, ob sich Beiträge geändert haben.
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