Gießener Medizinstudenten entwickeln App gegen Praxislücke im Studium

Skilled heißt die App, mit der Jan Niclas Keil und Lukas Fieberg die Praxislücke im Medizinstudium schließen wollen. Ein KI-Tutor gibt Feedback auf Basis aktueller Leitlinien…

20. Juli 2026
  • Data und KI

Zwei Medizinstudierende der Justus-Liebig-Universität Gießen entwickeln eine App, die das Praxisdefizit im Medizinstudium gezielt adressiert. Jan Niclas Keil und Lukas Fieberg reagieren damit auf einen strukturellen Mangel. Laut einer Umfrage des Marburger Bundes fühlen sich 36 Prozent der Humanmedizinstudierenden unzureichend auf ihren Berufsalltag vorbereitet.

Die App Skilled simuliert vollständige Behandlungsabläufe mit verteilten Rollen. Ein Studierender übernimmt die Arztrolle, ein anderer spielt den Patienten. Der Ablauf führt von der Anamnese über Untersuchung und Diagnostik bis zur Diagnose. Ein integrierter KI-Tutor erkennt Fehler und gibt Feedback auf Basis aktueller medizinischer Leitlinien.

Das Programm „Hessen Ideen“, eine Initiative des Landes Hessen unter Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, fördert das Projekt von Juli bis Ende 2026 mit bis zu 2.500 Euro monatlich pro Person. Zusätzlich erhalten Keil und Fieberg Coaching und Qualifizierungsangebote.

Die Entwickler sehen weiteren Handlungsdruck durch die Strukturreform der Kliniken. Wenn Universitätskliniken künftig nur noch Spezialfälle behandeln, fehlt Studierenden der Kontakt zu häufigen Erkrankungen des klinischen Alltags. Unterstützt werden die beiden von zwei studentischen Hilfskräften sowie von Dr. Iris Schleicher, die die medizinischen Inhalte prüft. Fachbereich und Dekanat der JLU stehen hinter dem Projekt.

Quelle:
giessener-allgemeine.de

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