GKV-Finanzkommission setzt auf Digitalisierung statt auf Kassenfusionen
Die GKV-Finanzkommission sieht weder in weniger Krankenkassen noch in niedrigeren Vorstandsgehältern einen relevanten Sparhebel. Sie verweist auf hohe Marktkonzentration, klare Regeln und Potenziale bei digitalen Prozessen…
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Die GKV-Finanzkommission dämpft zwei zentrale Erwartungen der Debatte um die GKV-Finanzen. Sie sieht weder in einer geringeren Zahl von Krankenkassen noch in niedrigeren Vorstandsgehältern einen relevanten Sparhebel. Relevante Einsparungen erwartet sie eher von effizienteren und digitalisierten Prozessen.
Die Kommission begründet das mit der bestehenden Struktur des Marktes. Die 20 größten Krankenkassen versichern bereits 84 Prozent aller GKV-Mitglieder. Viele Kassen öffnen nur regional. In einzelnen Bundesländern erreichen die fünf größten Kassen Marktanteile von 68 bis 85 Prozent. Zugleich sank die Zahl der Krankenkassen bereits deutlich, von 1.223 im Jahr 1992 auf 94 im Jahr 2025.
Als Beispiel nennt der Bericht Österreich. Dort fasste die Regierung 2020 neun Gebietskrankenkassen und vier Betriebskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse zusammen. Das Einsparziel von 1 Milliarde Euro zwischen 2020 und 2023 erreichte die Reform laut Bericht nicht. Stattdessen kostete der Umbau 215 Millionen Euro. Zwischen 2020 und 2024 stiegen die Verwaltungsausgaben dort um 39 Prozent.
Auch bei den Vorstandsgehältern sieht die Kommission keinen beitragsrelevanten Effekt. 2024 summierten sich diese Vergütungen auf 17 Millionen Euro. Das entsprach 0,14 Prozent der Nettoverwaltungsausgaben und 0,005 Prozent der Gesamtausgaben. Die Kommission verweist außerdem auf den Wettbewerb über Zusatzbeiträge und auf den Risikostrukturausgleich als bestehenden Effizienzdruck.
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