GKV-Defizit: Die Regierung setzt auf eine Expertenkommission und einen Finanzmix, um die Stabilisierung zu erreichen

Trotz momentanen Überschuss droht den Kassen ein Milliardenloch. Ministerin Warken will noch im September eine Expertenkommission einsetzen und warnt vor steigenden Beiträgen ohne Reformen…

9. September 2025
  • Politik
  • Ökonomie

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2025 zwar einen Überschuss von 2,8 Milliarden Euro erzielt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bezeichnet diesen jedoch als Momentaufnahme.

Ursache ist, dass die Ausgaben der Kassen deutlich schneller wachsen als ihre Einnahmen. Krankenhausbehandlungen, Pflegekosten und Arzneimittel treiben diese Entwicklung voran. Für das Jahr 2026 rechnet das Ministerium mit einem Defizit von vier Milliarden Euro in der Kranken- und zwei Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Die Finanzreserven liegen weiterhin unter dem gesetzlich vorgesehenen Niveau.

Warken kündigt kurzfristige Maßnahmen und langfristige Strukturreformen an. Noch im September soll eine Expertenkommission Reformvorschläge erarbeiten. Die Koalition will die Beitragssätze stabil halten und setzt dabei auf zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt sowie auf Einsparungen im Gesundheitssystem. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Kassen ist zuletzt deutlich angestiegen. Opposition und Verbände fordern alternative Konzepte, wie etwa eine Vollversicherung oder höhere Beitragsbemessungsgrenzen. Warken macht deutlich, dass das System ohne Reformen nicht weiter finanzierbar bleibt.

Quelle:
n-tv.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.