GKV fordert Gesetz für Transparenz bei Hilfsmittel-Mehrkosten

Der GKV-Spitzenverband verlangt eine gesetzliche Meldepflicht, um die Gründe für Mehrkosten bei Hilfsmitteln zu erfassen. 2024 gaben die Krankenkassen 11,5 Milliarden Euro für Hilfsmittel aus, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Rund 80 Prozent der Hilfsmittel waren mehrkostenfrei, für Extras zahlten Versicherte im Schnitt 148,70 Euro. Fokus ist es, Versicherte vor unnötigen Zusatzkosten zu schützen und eine fundierte Analyse zu ermöglichen.

5. August 2025
  • Politik
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Der GKV-Spitzenverband fordert vom Gesetzgeber mehr Transparenz bei Mehrkosten für medizinische Hilfsmittel. Krankenkassen sollen künftig nachvollziehen können, warum Versicherte Produkte wählen, die über die Regelversorgung hinausgehen und zu zusätzlichen Kosten führen. Bisher fehlen dazu qualitative Daten, da eine gesetzliche Grundlage für die Erhebung nicht existiert.

Laut Mehrkostenbericht beliefen sich die Ausgaben der GKV für Hilfsmittel 2024 auf 11,5 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es 11 Milliarden Euro. Ausgewertet wurden 31,75 Millionen Versorgungen. Rund 80 Prozent der Hilfsmittel wurden ohne Mehrkosten bezogen. In den übrigen Fällen zahlten Versicherte durchschnittlich 148,70 Euro aus eigener Tasche. Damit sanken die Zusatzkosten leicht um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Versicherte haben Anspruch auf eine kostenfreie Grundversorgung. Zusätzliche Kosten entstehen nur, wenn individuelle Wünsche über das medizinisch Notwendige hinausgehen, etwa bei Premium-Hörgeräten mit Zusatzfunktionen.

Der Verband fordert, Anbieter:innen zu verpflichten, die Gründe für solche Entscheidungen zu dokumentieren. Nur mit einer gesetzlichen Meldepflicht lasse sich analysieren, ob die Wahl bewusst erfolgt oder durch unzureichende Information entsteht. „Erst wenn wir die Hintergründe kennen, können wir Versicherte vor ungerechtfertigten Mehrkosten schützen“, betonte GKV-Vorstand Oliver Blatt.

Quelle:

aerzteblatt.de


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