GKV fordert strengere Pflegegrade wegen wachsender Kosten

Der GKV-Spitzenverband sieht mehrere Pflegekassen finanziell gefährdet und drängt auf Reformen. Die Pflegeversicherung sei strukturell unterfinanziert und abhängig von Bundesdarlehen…

1. Januar 2026
  • Pflege
  • Politik

Der GKV-Spitzenverband warnt vor einer angespannten Finanzlage in der Pflegeversicherung. Nach Einschätzung des Verbands könnten einzelne Pflegekassen bereits im kommenden Jahr auf Liquiditätshilfen angewiesen sein. Grundlage der Kritik ist die wachsende Abhängigkeit von Bundesdarlehen, die sich inzwischen auf rund 4,2 Milliarden Euro belaufen. Diese Mittel decken das erwartete Defizit nur rechnerisch, nicht strukturell.

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blatt sieht darin ein deutliches Signal für einen hohen Reformbedarf. Die aktuelle Finanzierung sei extrem knapp kalkuliert. Zudem bemängelt der Verband, dass die politische Tragweite der Situation noch nicht überall erkannt werde. Die jüngsten Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform reichten aus Sicht des GKV nicht aus.

Als konkreten Ansatz schlägt der Verband vor, die Kriterien für die Anerkennung von Pflegebedürftigkeit sowie die Einstufung in Pflegegrade zu überprüfen. Die Reform von 2017 habe zu sehr großzügigen Zugängen geführt. In der Folge habe sich die Zahl der Pflegebedürftigen binnen weniger Jahre nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung belaste das System erheblich und verstärke den Reformdruck.

Quelle:
tagesschau.de

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