Grafische Verlaufsanalyse in Krankenakten verbessert Diagnosesicherheit
Eine neu entwickelte KI analysiert zeitliche Muster in elektronischen Krankenakten und verbessert die Früherkennung von Neugeborenensepsis und postoperativem Nierenversagen signifikant…
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Ein Forschungsteam aus New York stellt das neue KI-Werkzeug „InfEHR“ vor. Es untersucht, wie sich medizinische Werte in digitalen Krankenakten über die Zeit entwickeln. Bisherige Auswertungen betrachten Werte oft nur zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das neue System analysiert dagegen die gesamte Entwicklung von Laborwerten und Befunden. Diese Informationen nutzt es, um das gesundheitliche Risiko für Patienten einzuschätzen.
Ein System untersuchte eine Gruppe von 8.067 Neugeborenen. Diese Babys zeigten Anzeichen einer Sepsis, obwohl Blutkulturen negativ blieben. Das System erkannte 60 Prozent der kranken Babys richtig. Gleichzeitig stufte es 98 Prozent der gesunden Babys korrekt als gesund ein. Im Vergleich vermuteten die Ärztinnen und Ärzte nur bei 4 Prozent der Fälle eine Sepsis. Sie erkannten jedoch 99 Prozent der gesunden Neugeborenen richtig.
Auch bei der Prognose eines postoperativen akuten Nierenversagens zeigte sich ein deutlicher Leistungszuwachs. In einer Analyse von 32.138 operierten Patientinnen und Patienten stieg die Sensitivität von 20 auf 71 Prozent, bei einer Spezifität von 93 versus 98 Prozent.
Ein zentrales Merkmal des Systems ist die explizite Angabe der diagnostischen Sicherheit. In Situationen mit unklarer Datenlage weist die Software auf verbleibende Unsicherheit hin. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications publiziert.
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