Hartmannbund warnt: Notfallreform scheitert ohne realistische Personalplanung

Die Notfallreform ist laut Hartmannbund grundsätzlich richtig, scheitert aber an der geplanten 24/7-Pflicht für Vertragsärzte, die angesichts begrenzter Personalressourcen nicht umsetzbar sei…

10. September 2026
  • Politik

Der Hartmannbund unterstützt das Ziel der Notfallreform, mahnt aber strukturelle Schwächen im vorliegenden Konzept an. Verbandsvorsitzender Dr. Klaus Reinhardt erklärte anlässlich der Verbändeanhörung gestern, dass eine verpflichtende 24/7-Bereitschaft für aufsuchende und telemedizinische Dienste in der vertragsärztlichen Versorgung die vorhandenen Kapazitäten überfordere und nicht realisierbar sei.

Die geplante Kombination aus regulärer Vertragstätigkeit und permanenter Rufbereitschaft stoße an personelle Grenzen. Der Verband fordert deshalb, die bundesweiten Integrierten Notfallzentren (INZ) nicht losgelöst von der bestehenden Versorgungslandschaft zu planen, sondern in diese einzubetten.

Darüber hinaus verlangt der Hartmannbund ein bundesweit einheitliches, wissenschaftlich validiertes Ersteinschätzungsverfahren, das von der ärztlichen Selbstverwaltung entwickelt, laufend evaluiert und qualitätsgesichert wird.

Grundsätzlich bewertet Reinhardt die Reform als notwendigen Schritt, um Patientenströme zu steuern, Notaufnahmen und Rettungsdienst zu entlasten und bestehende Strukturen besser zu vernetzen. Er sieht sie als Element eines künftig intelligent organisierten Primärversorgungssystems.

Quelle:
hartmannbund.de

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