Hauptstadtkongress 2026 zeigt wie Spargesetze die Pflege an den Rand drängen

Spargesetze zwingen Krankenhäuser zu massivem Personalabbau. Expertinnen und Experten fordern auf dem Hauptstadtkongress 2026 stattdessen Investitionen in neue Versorgungsstrukturen, erweiterte Pflegekompetenzen und strukturierte Integration internationaler Fachkräfte…

3. August 2026
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Fast zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser werden laut Prof. Dr. Boris Augurzky (RWI Essen, HCB) in die Verlustzone rutschen. Da Sachkosten kaum Spielraum bieten, stehen drei Milliarden Euro Personalkostensenkung im Raum. Der Hauptstadtkongress 2026 machte deutlich, wie unterschiedlich Akteure aus Pflege, Management und Beratung auf diesen Druck reagieren.

Dr. Andreas Westerfellhaus, ehemaliger Pflegebevollmächtigter, sprach von Pflege „im freien Fall“. Die Spardebatte sei durch die damalige Bundesgesundheitsministerin ausgelöst worden. Als konkretes Beispiel nannte er die Charité, die ihren Entlastungstarifvertrag kündigt. Westerfellhaus forderte die Bevölkerung zum Widerstand auf und verlangte von der Politik ein langfristiges Zielbild sowie einen Anfangsinvest für echte Reformen.

Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende und HOPE-Präsidentin, sieht Bürokratieabbau als relevanten Hebel. Sie plädierte für extramurale Denkansätze: Pflegekräfte könnten auch in neuen Versorgungsstrukturen bis hin zum Hospital at Home eingesetzt werden. Qualitativ hochwertige Daten ermöglichten zudem KI-gestützte Lösungen wie Dashboards und automatisierte Dokumentation.

DBfK-Präsidentin Vera Lux verwies auf politische Fortschritte. Das Gesetz zur Pflegefachassistenz startet 2027, das BEEP-Gesetz erweitert Kompetenzen für Pflegebachelors in Demenz, Diabetes und Wundversorgung. Das APN-Gesetz mit Heilkundeübertragung steht noch aus.

Peter Koch (Bundesverband Pflegemanagement) sieht internationale Rekrutierung spätestens ab 2030 als unausweichlich. Er forderte strukturiertes Onboarding mit Mentoring und Sprachunterstützung sowie politisch vereinfachte Anerkennungsverfahren.

Unternehmensberater David Thiele betonte, Kliniken stünden vor einem Transformationsprozess, der Haltung und Kommunikation verändere. Sein Buch „Raus aus der Generationsfalle“ erscheint im September.

Quelle:
hcm-magazin.de

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