Hausärztemangel spitzt sich zu: Jeder Vierte denkt ans Aufhören

Die Bundesregierung will Hausärzt:innen zur Drehscheibe der Versorgung machen, doch jeder Vierte plant laut Bertelsmann-Stiftung den Ausstieg. Bürokratie, Technikprobleme und hohe Arbeitslast bringen das Primärarztsystem ins Wanken.

18. Juni 2025
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Die Bundesregierung setzt bei ihrer Gesundheitsstrategie auf Hausärzt:innen als zentrale Lots:innen im Versorgungssystem. Laut einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung plant jedoch jede:r vierte Hausärzt:in innerhalb der nächsten fünf Jahre den Beruf aufzugeben. Bereits heute bleiben bundesweit über 5.000 Hausarztstellen unbesetzt, mit steigender Tendenz. Besonders die Einführung eines Primärarztsystems, das Hausärzt:innen zur verbindlichen Anlaufstelle vor jedem Facharztkontakt machen soll, steht damit infrage. Hauptgründe für die drohende Abwanderung sind laut Befragung überbordende Bürokratie, Technikprobleme und eine überdurchschnittliche Wochenarbeitszeit von 44 Stunden. Ein Viertel der Praxen berichtet über tägliche Softwarestörungen. Die Bertelsmann-Stiftung fordert tiefgreifende digitale Entlastung und den gezielten Einsatz von medizinischem Assistenzpersonal. Knapp 70 Prozent der Ärzt:innen bewerten die Entlastung durch nichtärztliche Berufsgruppen als hoch.

Quelle:

jungefreiheit.de


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