Hausarztpraxen am Limit: Jede/r Vierte plant Rückzug oder Reduktion
Der Hausärztemangel spitzt sich zu: Ein Viertel der Hausärzt:innen denkt über einen Rückzug nach, Tausende Sitze sind unbesetzt. Flexiblere Arbeitsmodelle und weniger Bürokratie könnten Abhilfe schaffen, doch digitale Lösungen laufen oft ins Leere. Der Reformdruck wächst.
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Die hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor massiven Umbrüchen. Laut einer aktuellen Befragung des Infas-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung denkt knapp ein Viertel der Hausärzt:innen über einen Rückzug nach, sei es durch Berufsausstieg oder deutliche Reduzierung der Arbeitszeit. Bereits jetzt sind rund 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Die Arbeitsbelastung ist hoch: Durchschnittlich leisten Hausärzt:innen 44 Stunden pro Woche, wovon ein Fünftel auf nichtmedizinische Tätigkeiten entfällt. Die Einführung zusätzlicher Aufgaben durch die Primärarztpläne der Bundesregierung verschärft die Lage. Hoffnung besteht in flexibleren Arbeitszeiten und dem Abbau bürokratischer Hürden. Geld allein reicht laut Studie nicht aus – gefragt sind moderne Strukturen. Doch digitale Lösungen greifen oft zu kurz: Ein Viertel der Befragten klagt über tägliche Softwareprobleme. Das Primärarztsystem bleibt unter Fachleuten umstritten. Einigkeit besteht lediglich in einem Punkt: Die Versorgung steht auf der Kippe.
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