Herzchirurgen aus Neapel nach Tod eines Zweijährigen wegen Urkundenfälschung verurteilt
Ein Gericht in Neapel hat zwei Herzchirurgen wegen Urkundenfälschung suspendiert. Sie hatten nach dem Tod des zweijährigen Domenico dessen Krankenakte manipuliert…
- QM
Ein Gericht in Neapel hat zwei Herzchirurgen wegen Urkundenfälschung verurteilt. Der Mediziner erhielt ein zwölfmonatiges, die Medizinerin ein siebenmonatiges Berufsverbot. Beide hatten nach Überzeugung des Gerichts die Krankenakte des zweijährigen Domenico manipuliert, um Behandlungsfehler zu verschleiern.
Das Spenderherz für den herzkranken Jungen war kurz vor Weihnachten gefunden worden. Auf dem Transport von Bozen nach Neapel wurde es mit Trockeneis statt mit herkömmlichem Eis gekühlt und dadurch irreparabel beschädigt. Die Ärzte hatten Domenico zu diesem Zeitpunkt bereits sein eigenes Herz entnommen. Trotz des zerstörten Organs wurde die Transplantation durchgeführt. Der Junge lag wochenlang im Koma und starb im Februar. Ein weiteres geeignetes Spenderherz wurde nicht gefunden.
Gegen die beiden Mediziner sowie weitere Beteiligte ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin, unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Intern waren sie bereits vom Operationstisch freigestellt worden. Die Eltern von Domenico haben eine Stiftung im Namen ihres Sohnes gegründet, die anderen herzkranken Kindern helfen soll.
In Europa warten derzeit mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein Spenderorgan. In Deutschland waren es Ende vergangenen Jahres laut Stiftung Organtransplantation über 1.100 Menschen allein für ein Spenderherz.
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