Hitzeschutz im Gesundheitswesen: Streit über Zuständigkeiten und Finanzierung
Copernicus meldet den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Grünen-Politiker Dahmen fordert bundesweite Notfallpläne und ein Investitionsprogramm für vulnerable Gruppen im Gesundheitswesen…
- Politik
Der EU-Klimadienst Copernicus hat für Juni und Juli 2026 eine Durchschnittstemperatur von 21,62 Grad gemessen, 2,79 Grad über dem langjährigen Mittel. Das übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022. Westeuropa erlebte in diesem Zeitraum die dritte und vierte Hitzewelle seit Mai. Copernicus stuft das für die Region als „außergewöhnlich“ ein. In Teilen Osteuropas und Skandinaviens lagen die Temperaturen hingegen unter dem Durchschnitt.
Vor diesem Hintergrund fordert Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, verbindliche, bundesweite Notfallpläne für Einrichtungen, in denen Menschen durch Hitze besonders gefährdet sind: Pflegeeinrichtungen, Rettungswachen, Arztpraxen und Krankenhäuser. Die bislang fast 12.000 Hitzetoten dürften nicht „schulterzuckend hingenommen“ werden, sagte Dahmen im ARD-Morgenmagazin.
Eine Grundgesetzänderung hält Dahmen für nicht erforderlich. Die bestehende Rechtslage verpflichte den Staat bereits, „Leib, Leben und Gesundheit hinreichend zu schützen“. Zusätzlich verlangt er ein Investitionsprogramm für den Hitzeschutz im Gesundheitswesen, finanziert aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz, mit besonderem Fokus auf vulnerable Gruppen.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte vergangene Woche ebenfalls einen „nationalen Kraftakt“ gefordert, plädiert jedoch für eine im Grundgesetz verankerte Gemeinschaftsaufgabe mit dauerhafter Finanzierung durch Bund und Länder. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth stellte einen Hitzeschutzplan für den Sommer 2027 in Aussicht.
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