Hitzeschutz in Pflegeheimen bleibt Ausnahme: Pflegerat verlangt gesetzliche Vorgaben und sichere Finanzierung
Das RKI schätzt für den Sommer 2026 rund 11.900 hitzebedingte Todesfälle, davon 9.600 allein in Kalenderwoche 26. Der Deutsche Pflegerat fordert verbindliche Schutzmaßnahmen…
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Der Sommer 2026 hat in Deutschland eine bislang beispiellose Zahl hitzebedingter Todesfälle verursacht. Das Robert-Koch-Institut schätzt für den Zeitraum von Kalenderwoche 15 bis 30 (6. April bis 26. Juli) rund 11.900 hitzebedingte Sterbefälle. Allein auf die Kalenderwoche 26 (22. bis 28. Juni), in der vielerorts Temperaturen von über 40 Grad gemessen wurden, entfallen etwa 9.600 Todesfälle. Für den gesamten Sommer rechnet das RKI mit rund 14.600 hitzebedingten Todesfällen (Bandbreite: 12.800 bis 16.400). Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 mit knapp 10.000 Todesfällen ist damit bereits übertroffen, auch 2019 war mit knapp 8.000 Toten überdurchschnittlich.
Am stärksten betroffen sind Hochbetagte. 6.060 Todesfälle entfallen auf Menschen ab 85 Jahren, 2.910 auf die 75- bis 84-Jährigen, 1.760 auf die 65- bis 74-Jährigen. In der höchsten Altersgruppe starben absolut mehr Frauen als Männer (3.620 zu 2.440), die Inzidenz lag jedoch bei Männern in allen Altersgruppen höher. Das RKI wertet Tagesmitteltemperaturen ab 20 Grad als kritisch, ab 25 Grad als hochkritisch. In KW 26 wurden letztere Schwelle vielerorts deutlich überschritten.
Der Deutsche Pflegerat forderte in Reaktion auf die Zahlen verbindliche Hitzeschutzregelungen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die ambulante Versorgung sowie eine gesicherte Finanzierung personeller, organisatorischer und baulicher Maßnahmen. Präsidentin Christine Vogler betonte: Hitzeschutz sei kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern Gesundheits- und Bevölkerungsschutz. In der Praxis fehlen Kühlsysteme in vielen Pflegeeinrichtungen, auch in Neubauten.
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