Hitzeschutz oder Folgekosten: DKG-Gutachten zeigt, was Untätigkeit die Krankenhäuser langfristig kostet

Hitze belastet Krankenhäuser doppelt, durch mehr Patientinnen und Patienten und gefährdetes Personal. Die DKG beziffert den Investitionsbedarf auf 36,6 Milliarden Euro und fordert einen gemeinsamen Krankenhaus-Klimafonds von Bund und Ländern…

3. August 2026
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Hitzeperioden erhöhen das Patientenaufkommen in Krankenhäusern und treiben die Sterblichkeit deutlich nach oben. Allein 2025, einem Jahr mit geringerer Hitzebelastung als 2026, starben in Deutschland rund 2.500 Menschen hitzebedingt. Prof. Dr. Henriette Neumeyer, Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), warnt, dass die tatsächliche Zahl höher liegen dürfte, weil Hitze als Ursache häufig nicht erkannt wird.

Besonders gefährdet sind neben klassischen vulnerablen Gruppen wie Kindern, Schwangeren und älteren Menschen auch Erkrankte mit chronischen Leiden wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Lungenkrankheiten. Verschlechtert sich etwa eine Herzinsuffizienz durch Hitzeeinwirkung, wird die Grunderkrankung als Aufnahmegrund dokumentiert, nicht die Hitze.

Ab 32 Grad gefühlter Temperatur tagsüber und geringer nächtlicher Abkühlung entstehe eine Doppelbelastung für Kliniken: mehr Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme, gleichzeitig arbeitendes Personal unter erschwerten Bedingungen, das selbst zur Risikogruppe gehören kann.

Kurzfristige Maßnahmen wie Hitzeschutzbeauftragte, Kühlzonen oder Fensterfolien reichen laut Neumeyer nicht aus. Ein DKG-Gutachten beziffert den Investitionsbedarf für klimaresiliente Allgemeinkrankenhäuser auf 36,6 Milliarden Euro, das entspricht rund 22,2 Millionen Euro pro Haus. Die meisten Kliniken können diese Summen nicht aus eigener Kraft aufbringen, zumal das Beitragsstabilisierungsgesetz ihre Lage zusätzlich verschärft.

Die DKG fordert einen Krankenhaus-Klimafonds, den Bund und Länder gemeinsam finanzieren sollen. Als mögliche Quelle nennt Neumeyer Teile des 500-Milliarden-Sondervermögens. Das Gutachten belegt zudem: Klimafolgeanpassungen kosten ein Vielfaches mehr als die Verhinderung weiterer Klimaverschärfung. Zwei Drittel der klimaschädlichen Emissionen im Krankenhaus gehen auf fehlende Gebäudesanierung zurück.

Quelle:
pharma-fakten.de

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