Hitzeschutz: Nur neun Prozent der Notaufnahmen hatten Hitze im Krisenplan verankert

Die Hitzewelle Ende Juni 2026 traf deutsche Notaufnahmen strukturell unvorbereitet. Überlastung, fehlende Kühlung und kein Krisenplan verschärften die Versorgungslage erheblich…

17. September 2026
  • Politik
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Eine Blitzumfrage unter 329 deutschen Notaufnahmen zeigt, dass die Hitzewelle vom 27. und 28. Juni 2026 auf weitgehend unvorbereitete Krankenhausstrukturen traf. Nur neun Prozent der Häuser hatten Hitze als Szenario im Krankenhausalarm- und Einsatzplan (KAEP) verankert, nur zwölf Prozent verfügten über einen standardisierten Behandlungspfad für schwere hitzebedingte Erkrankungen.

Die bauliche Situation war ebenso kritisch. Lediglich 19 Prozent der Notaufnahmen waren vollständig klimatisiert, auf Normalstationen fehlte die Klimatisierung in 81 Prozent der Häuser vollständig. Die von ERC und SCCM empfohlene Ganzkörperimmersion als schnellste Kühlmethode hielten nur vier Prozent der Notaufnahmen vor.

Am Hitzewochenende meldeten 78 Prozent der Notaufnahmen ein erhöhtes Patientenaufkommen, davon bewerteten 97 Prozent den Anstieg als zumindest teilweise hitzebedingt. In 57 Prozent der Einrichtungen kam es zu Überlastungssituationen, 55 Prozent meldeten Versorgungsengpässe, 32 Prozent berichteten von verlängertem Boarding und 27 Prozent von hitzebedingten Personalausfällen. In 15 Prozent der Krankenhäuser waren die Kühlkapazitäten für Verstorbene erschöpft, und nur 42 Prozent der Kliniken verzeichneten keine Todesfälle durch hitzebedingte oder hitzeassoziierte Erkrankungen.

Die Autoren sehen die Ursache in einem doppelten Belastungsmechanismus, durch steigende Fallzahlen bei gleichzeitig fehlenden strukturellen Voraussetzungen. Sie fordern die konsequente Umsetzung bestehender Hitzeschutzpläne des Bundes, verbindliche Managementpfade, bauliche Anpassungen sowie eine nachhaltige Investitions- und Betriebskostenfinanzierung, die sie durch aktuelle Sparmaßnahmen als gefährdet betrachten.

Quelle:
dgina.de

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