SRH will Mehrheit an Sankt-Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen übernehmen
Der SRH-Konzern hat Interesse an der Übernahme der Virngrund-Klinik in Ellwangen bekundet. Der Investor stellt ein umfassendes Versorgungskonzept vor. Nun entscheidet der Ostalbkreis…
- Ökonomie
Der Heidelberger SRH-Konzern hat offiziell Interesse an der Übernahme der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen signalisiert. Der Konzern betreibt bundesweit Krankenhäuser und Reha-Kliniken und ist bereits in Baden-Württemberg präsent. In seinem Konzept für Ellwangen setzt SRH auf Grund- und Regelversorgung mit Notaufnahme, neurologische Rehabilitation, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie ambulantes und hybrides Operieren. Auch der Ausbau medizinischer Versorgungszentren ist geplant.
SRH fordert dafür eine Beteiligung von mindestens 51 Prozent bis hin zur vollständigen Übernahme. Oberbürgermeister Michael Dambacher und Bürgermeister Volker Grab sehen darin eine realistische Chance für Standort und Kreis. Ein Vorteil wäre die Entlastung des Kreishaushalts, da Defizite und Investitionen von SRH übernommen würden. Personalgewinnung und -bindung sollen durch die Konzernstruktur erleichtert werden.
Die Jusos Ellwangen-Virngrund stehen der geplanten Übernahme der Virngrundklinik durch die SRH kritisch gegenüber. Sie verweisen auf das neue Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz sowie auf die angespannte Lage der Kliniken im Ostalbkreis. Aus ihrer Sicht droht die Grundversorgung Schaden zu nehmen, wenn ein privater Träger die Klinik nach strengen marktwirtschaftlichen Prinzipien ausrichtet.
Ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt, entscheidet letztlich der Ostalbkreis. Ergebnisse werden frühestens in einem Jahr erwartet.
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