HowToDigital zeigt Ansatzpunkte für Politik und Regulierung zur Stärkung der Nutzerbeteiligung in der TI

Das Modell PARTI aus dem Projekt HowToDigital trennt Versorgungsproblem und technische Lösung und bezieht Nutzer früh und kontinuierlich in die Entwicklung digitaler Anwendungen in der Telematikinfrastruktur ein…

19. Oktober 2026
  • Digitale Klinik
  • Politik

Das im Projekt HowToDigital entwickelte Referenzmodell PARTI zeigt Softwareanbietern, wie sie Nutzerinnen und Nutzern systematisch in die Entwicklung digitaler Anwendungen einbeziehen. Es nennt Ansatzpunkte für Politik und Regulierung zur Stärkung dieser Beteiligung in der Telematikinfrastruktur (TI).

PARTI trennt Versorgungsproblem und technische Lösung. Zuerst klären Beteiligte, welches Problem besteht, wen es betrifft und wie dringlich es ist. Erst danach entstehen Lösungskonzepte, die schrittweise mit Nutzern geprüft werden. Win-Conditions beschreiben, welche Bedingungen die beteiligten Gruppen erfüllt sehen müssen, damit eine Lösung akzeptabel ist.

Als ärztliches Beispiel nennt das Whitepaper einen schnellen, reibungslosen und in den Praxisablauf integrierbaren Zugriff auf relevante Patientendaten. Solche Anforderungen sollen früh erfasst und gegen andere Interessen, etwa Sicherheitsanforderungen, nachvollziehbar abgewogen werden.

Grundlage sind Interviews und Workshops mit Nutzern, Herstellern und TI-Akteuren sowie die Auswertung von Dokumenten und des Zulassungsverfahrens. Eine Literaturrecherche umfasste 40 Publikationen. Empfohlen werden frühe Beteiligung, wiederholte Test- und Feedbackschleifen und die Berücksichtigung unterschiedlicher Nutzergruppen.

Interviews und Workshops zeigten einen hohen Zeitaufwand für Nutzer und Hersteller. Das Whitepaper schlägt deshalb eine Online-Feedback-Plattform vor, die zeigt, wie Beiträge einfließen. Ein TI-Beirat aus Bürgern und Experten soll zentrale Entscheidungen zu Priorisierung und technischen Spezifikationen prüfen.

Die Autoren empfehlen eine schrittweise Pilotierung ausgewählter Modellbestandteile. Höhere Akzeptanz und weniger späte Anpassungen sind Ziele, eine quantifizierte Wirksamkeitsmessung fehlt. Das vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Projekt leitet die Universität Göttingen, die Deutsche Röntgengesellschaft e. V. (DRG) ist Partner.

Quelle:
e-health-com.de

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