Hybrid-DRG: Fachverbände fordern Neustart

Die Gelenkchirurgen schlagen Alarm: Die pauschalierte Vergütung in den Hybrid-DRGs gefährdet die Versorgungsqualität. Fachverbände fordern einen Neustart – sonst droht der Reformmotor zu stottern, bevor er anspringt.

24. April 2025
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Die Einführung der Hybrid-DRGs sollte die Ambulantisierung vorantreiben – doch schon der erste Anlauf gerät ins Stocken. Fachgesellschaften wie AGA und BVASK kritisieren die undifferenzierte Pauschalierung, insbesondere bei individuell benötigten Implantaten. Diese spielen in der gelenkchirurgischen Versorgung eine zentrale Rolle. Nach der derzeitigen Regelung erfolgt die Vergütung unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch, was aus medizinischer Sicht nicht sachgerecht ist und die Versorgungsqualität gefährdet.

Auch die grundsätzliche Kalkulation der Hybrid-DRGs steht in der Kritik: Für die Bewertung wurden nur Kurzliegerfälle herangezogen, relevante EBM-Komponenten fehlen. Die Folge sind Vergütungen, die teilweise unter EBM-Niveau liegen – ein Rückschritt für Kliniken und Vertragsärzte. Dennoch plant der Gesetzgeber, das System 2026 um eine Million Fälle zu erweitern.

In der kommenden Woche entscheidet der Bewertungsausschuss unter Vorsitz von Prof. Jürgen Wasem über die Leistungen der nächsten Hybrid-DRG-Welle. Die Beteiligten stehen in der Verantwortung, die bisherigen Fehler zu korrigieren und den ambulanten Sektor gezielt zu stärken – bevor das Vertrauen endgültig verloren geht.

Die Hybrid-DRGs stehen sinnbildlich für ein systemisches Missverständnis: Ambulantisierung lässt sich nicht durch eine einfache Vermischung stationärer und ambulanter Vergütungsmodelle erreichen. Wer ökonomische Anreize verzerrt und gleichzeitig die klinische Realität ignoriert, riskiert eine Abwärtsspirale der Versorgungsqualität.

Insbesondere die pauschalierte Vergütung fallindividuell notwendiger Implantate ist ein Rückschritt – medizinisch wie vergütungslogisch. Die Hybrid-DRGs müssen dringend nachgeschärft werden: sachgerecht kalkuliert, differenziert bewertet und transparent in der Anwendung. Nur dann entfalten sie das Potenzial, eine echte Brücke zwischen den Sektoren zu schlagen – statt eine weitere Sollbruchstelle im System zu schaffen.

Quelle:

verbaende.com


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