Hybrid-DRG in der Kritik: InEK-Geschäftsführer warnt vor unrealistischen Vorgaben
Dr. Frank Heimig, Geschäftsführer des InEK, kritisiert auf dem DRG-Forum die Hybrid-DRG-Vorgaben des Bundes. Eine jährliche Ambulantisierung von einer Million Tagesfällen sei unrealistisch. Zudem sei nicht jede DRG mit Eintagesfällen für eine Hybrid-DRG geeignet.
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Die Einführung der Hybrid-DRGs sorgt für Diskussionen. Dr. Frank Heimig, Geschäftsführer des InEK, hält die Vorgaben für unrealistisch. Besonders problematisch sei das Ziel, ab 2026 jährlich eine Million ambulante Tagesfälle zu behandeln. Die bisherige Umstellung liege nur bei rund 270.000 Fällen, so dass eine große Lücke bleibe.
Zudem sei nicht jede DRG mit vielen Tagesfällen automatisch für eine Hybrid-DRG geeignet. Am Beispiel der DRG G67c (Ösophagitis und Gastroenteritis) verdeutlichte Heimig, dass sich stationäre und ambulante Fälle oft erheblich unterscheiden. Während im Krankenhaus eine umfassende Diagnostik und Notfallbehandlung stattfinde, fehle dies im ambulanten Bereich. Ähnliche Herausforderungen gäbe es bei Rückenschmerzen, die ambulant meist mit Physiotherapie behandelt würden, stationär aber deutlich komplexer sein könnten.
Auch die onkologisch-chirurgischen Leistungen stehen vor Umbrüchen. Heimig weist darauf hin, dass die zu erwartenden Mindestmengen in der Onkochirurgie erhebliche Auswirkungen auf die Standorte haben werden. Erste Simulationen zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Standorte betroffen sein könnten.
Um den Herausforderungen der Reform zu begegnen, arbeitet das InEK derzeit an einem neuen (3.) Gruppierungssystem für onkologische Eingriffe. Heimig betont, dass eine durchdachte Systematik notwendig sei, um den unterschiedlichen medizinischen Anforderungen gerecht zu werden. Dagegen sei der Leistungsgruppen-Grouper nahezu „trivial“…
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