Hybrid-DRG vor der Abschaffung: VKD kritisiert kurzfristige Änderungen für 2027
Der VKD begrüßt die angekündigte Abschaffung der Hybrid-DRG ab 2028, kritisiert jedoch die kurzfristigen Änderungen für 2027. Der Verband warnt vor wirtschaftlichen Fehlanreizen und drängt auf mehr Planungssicherheit…
- Politik
- Ökonomie
Der Verband des Klinikmanagements Deutschlands (VKD) begrüßt die angekündigte Abschaffung der Hybrid-DRG ab 2028, kritisiert jedoch die kurzfristigen Änderungen der Krankenhausvergütung für 2027. Nach den vorliegenden Änderungsanträgen sollen Leistungen ohne Übernachtung künftig nach der regionalen Euro-Gebührenordnung vergütet werden. Bei mindestens einer Übernachtung blieben zunächst die Hybrid-Fallpauschalen bestehen. Die Vorschläge sind noch nicht beschlossen.
Die Änderungen treffen Krankenhäuser mitten in der Wirtschaftsplanung für 2027. Erlösprognosen, Leistungsplanung und Liquiditätssteuerung müssen überprüft werden. Auch Abrechnungssysteme, Dokumentation und Arbeitsabläufe wären anzupassen. Bereits angestoßene Investitionen in ambulante OP-Strukturen und Kooperationen könnten ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren.
Der VKD sieht zudem mögliche Fehlanreize durch die geplante Übernachtungsregelung. Eine medizinisch mögliche Entlassung am Behandlungstag könnte wirtschaftlich unattraktiver werden. Dabei müssten auch die jeweils abrechenbaren Sachkosten berücksichtigt werden.
Die grundsätzliche Kurskorrektur hält der Verband für sachlich begründet. Das Wissenschaftliche Institut der AOK beziffert den inflationsbereinigten Ausgabenanstieg für die untersuchten Leistungen 2025 gegenüber 2024 auf rund 360 Millionen Euro. Die Analyse weist sowohl Preis- als auch Mengeneffekte aus.
Die vorgesehenen Kurzzeitfallpauschalen begrüßt der VKD grundsätzlich. Ihre Ausgestaltung müsse Begleiterkrankungen, Überwachungsbedarf, häusliche Versorgung und notwendige Vorhaltekosten berücksichtigen. Auch zusätzliche Prüfaufwände und Auswirkungen auf die regionale Versorgung seien zu untersuchen.
Für künftige Reformen fordert der Verband belastbare Folgenabschätzungen, Praxistests mit unterschiedlichen Krankenhaustypen und realistische Übergangsfristen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.