Hybrid-DRGs drücken Erlöse und verschärfen die Insolvenzgefahr

Hybrid-DRGs und KHVVG senken Erlöse, erhöhen den Umstellungsaufwand und treffen viele Kliniken ohne ambulante Strukturen ungebremst. Der wirtschaftliche Spielraum schrumpft deutlich…

5. Februar 2026
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Die Ausweitung der Hybrid-DRGs und die Umsetzung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) verschärfen die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser. Die politisch forcierte Ambulantisierung sieht bis 2026 rund eine Million zusätzliche ambulante Fälle vor. Bis 2030 soll sich diese Zahl verdoppeln. In vielen Häusern fehlen jedoch die baulichen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen, um Leistungen tatsächlich ambulant zu erbringen.

Hybrid-DRGs sind deutlich niedriger bewertet als stationäre Fallpauschalen. Patientinnen und Patienten benötigen jedoch häufig weiterhin eine stationäre Versorgung. Kliniken rechnen diese Fälle dann mit reduzierten Erlösen ab, tragen aber weiterhin die vollen Kosten. Parallel steigen organisatorische Anforderungen in Aufnahme, Pflege, ärztlichem Dienst und Controlling.

Die Krankenhausreform verstärkt diese Effekte. Durch Leistungszentralisierung entfällt die Möglichkeit, Defizite über erlösstarke Eingriffe auszugleichen. Besonders relevant ist die Aufnahme häufiger Operationen wie Appendektomien und Cholezystektomien in den Hybrid-Katalog ab 2026. Zusätzlich geraten Weiterbildung und ärztliche Qualifikation unter Druck, da klassische Ausbildungseingriffe verlagert werden. Klinikleitungen müssen kurzfristig strukturell, finanziell und strategisch reagieren, um wirtschaftliche Schieflagen zu vermeiden.

Quelle:
hcm-magazin.de

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