IGES-Gutachten sieht großzügige Pflegegrade als Treiber steigender Fallzahlen
Ein IGES-Gutachten sieht den starken Anstieg der Pflegebedürftigen seit 2017 vor allem im erweiterten Zugang zu Pflegeleistungen. Der GKV-Spitzenverband fordert deshalb eine politische Debatte…
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Der GKV-Spitzenverband fordert eine politische Debatte darüber, wer künftig unter welchen Bedingungen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten soll. Hintergrund ist ein IGES-Gutachten, das den starken Anstieg der Pflegebedürftigen seit 2017 vor allem auf großzügige Schwellenwerte bei der Zuerkennung von Pflegegraden zurückführt.
Seit der Neuordnung der Pflegegrade im Jahr 2017 ist der Anteil der Pflegebedürftigen unter allen gesetzlich Versicherten von 4,6 auf 7,6 Prozent gestiegen. Die Zahl der Pflegebedürftigen nahm von drei auf 5,7 Millionen zu. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands lässt sich diese Entwicklung nicht durch die demografische Alterung der Bevölkerung erklären.
IGES sieht als wesentlichen Treiber ein verändertes Verhalten bei der Antragstellung. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff werde das Potenzial der Versicherten stärker ausgeschöpft, die mit Aussicht auf Erfolg Leistungen der sozialen Pflegeversicherung beantragen können. Ein Viertel der Neueintritte entfällt inzwischen auf Versicherte unter 65 Jahren, die in der Regel länger Leistungen beziehen.
76,5 Prozent der Antragstellenden erhalten Pflegegrad 1 oder 2. Die Gutachter sehen zudem Hinweise darauf, dass die festgestellten Beeinträchtigungen im Durchschnitt sinken. IGES empfiehlt deshalb, die Schwellenwerte des Begutachtungsinstruments für die einzelnen Pflegegrade zu überprüfen. Der GKV-Spitzenverband sieht die angekündigte Pflegereform als mögliche Gelegenheit dafür.
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