Geburtsklinik im Immanuel Klinikum Bernau geschlossen
Brandenburgs Koalition aus SPD und CDU hat ein Moratorium für Geburtskliniken abgelehnt. Auslöser war die Schließung der Geburtsklinik im Immanuel Klinikum Bernau…
- Politik
Der Brandenburgische Landtag hat am vergangenen Freitag zwei Anträge zum Schutz von Geburtskliniken abgelehnt. Die SPD-CDU-Koalition stimmte gegen ein Moratorium des BSW sowie gegen ein Zehn-Punkte-Programm der AfD, das den Erhalt aller Geburtskliniken vorsah.
Auslöser der Debatte war die überraschende Schließung der Geburtsklinik im Immanuel Klinikum Bernau, wo Ende der Vorwoche die letzten Patientinnen aufgenommen wurden. BSW-Abgeordneter Andreas Kutsche verwies auf den Rückgang von 25 auf 22 Standorte mit Geburtskliniken seit dem vierten Krankenhausplan. Er warnte, dass ohne Moratorium der 2028 in Kraft tretende Krankenhausplan nur den dann geltenden Status quo festschreiben könne.
SPD-Abgeordnete Martina Maxi Schmidt erklärte, in Bernau sei durchschnittlich nur ein Kind pro Tag geboren worden. Komplizierte Geburten seien stets nach Berlin-Buch verlegt worden, da kein Perinatalzentrum vorhanden war.
WfB-Abgeordneter Andre von Ossowski nannte konkrete Versorgungslücken: Die Fahrzeit aus der Gemeinde Boizenburger Land in der Uckermark zur nächsten brandenburgischen Geburtsklinik beträgt 89 Minuten. CDU-Gesundheitspolitiker Michael Schierack nannte 300 bis 350 Geburten pro Jahr als Qualitätsmaßstab für einen Standort.
Gesundheitsminister René Wilke (SPD) erklärte, weitere Schließungen werde es nicht mehr geben, sofern das Ministerium zustimmen müsse. Er betonte zudem, dass sinkende Geburtenzahlen im ländlichen Raum selbst ein struktureller Faktor für die Versorgungsplanung seien.
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