InEK-Chef Heimig fordert Neustart bei den Hybrid-DRG
InEK-Chef Frank Heimig fordert einen Relaunch der Hybrid-DRG, weil das System Mehrleistungen teils schlechter vergütet, Fälle schwer zuordnet und aus seiner Sicht strukturelle Widersprüche zwischen ambulantem und stationärem Sektor verstärkt…
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InEK-Chef Frank Heimig hält die Hybrid-DRG in ihrer aktuellen Form für nicht tragfähig. Er fordert vom Gesetzgeber einen Relaunch, weil das System nach seiner Darstellung Leistungen nicht sachgerecht vergütet und Fälle nur schwer eindeutig zuordnet.
Heimig nannte als zentrales Problem die Mindervergütung bei Mehrleistungen. Ein Krankenhaus erhält für einen Ballonkatheter im Oberschenkel über die Hybrid-DRG 2.087 Euro. Wendet es zusätzlich eine Thrombolyse an, bleibt es ebenfalls bei 2.087 Euro. Rechnet die Klinik nur die Thrombolyse ab, erhält sie dagegen eine stationäre Vergütung von rund 2.900 Euro.
Nach Heimigs Darstellung müsste das System 1.245 Kodes entweder als Positivkodes oder als absolute Ausschlusskriterien abbilden, um solche Fehlanreize zu vermeiden. Er verwies zudem auf schwierige Zuordnungen, weil Kontextfaktoren, Verweildauer und Schweregrad die Logik belasten. Auch die unterschiedlichen Abrechnungsregeln im ambulanten und stationären Sektor verschärfen das Problem. Für Krankenhäuser bedeuten Hybrid-DRG laut Heimig meist eine Abwertung, für den ambulanten Sektor dagegen eine Aufwertung um den Faktor drei oder vier.
Für 2026 gibt es 69 Hybrid-DRG. Statt einer Million Fällen erwartet Heimig mit sinnvollen Ausnahmen rund 950.000 Fälle. Das InEK muss dem Bundesgesundheitsministerium bis Jahresende einen ersten Evaluationsbericht vorlegen. Parallel arbeitet das Institut am Onko-Grouper. Bis Ende Mai 2027 sollen Standorte unterhalb der Fallzahlgrenzen identifiziert sein. Für sie gilt ab 2028 ein Abrechnungsverbot bei onkochirurgischen Leistungen.
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