InEK und DKG sehen Grenzen der sektorengleichen Vergütung erreicht
Beim Deutschen Krankenhaustag warnen Expertinnen und Experten vor einer zu schnellen Ausweitung der Hybrid-DRG und fordern medizinische statt politische Entscheidungen…
- Ökonomie
Auf dem Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf äußerten Fachleute scharfe Kritik an der geplanten Ausweitung der Hybrid-DRG. Diese sektorengleiche Vergütung, eingeführt Anfang 2024, soll eigentlich die Ambulantisierung fördern. Mehrere Expertinnen und Experten sehen jedoch eine Fehlsteuerung.
Michael Weber, Präsident des Verbands leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte, betonte, dass die politisch vorgegebenen Fallzahlen kaum umsetzbar seien. Derzeit sollen bis 2030 rund zwei Millionen stationäre Fälle in Hybrid-DRG überführt werden. Weber forderte, die Entwicklung müsse sich an medizinischen Kriterien orientieren und eine gesetzliche Begrenzung im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) enthalten.
Auch Frank Heimig vom InEK äußerte Zweifel, ob Hybrid-DRG tatsächlich zur Ambulantisierung beitragen. Viele der aktuell 69 Leistungen seien kaum ambulant durchführbar. Er warnte, dass die künftige Finanzierung schwer verhandelbar werde.
Roland Laufer von der Deutschen Krankenhausgesellschaft kritisierte, das Modell diene eher der Kostensenkung als der Versorgungsverbesserung. Beispiele wie Herzoperationen oder Knochenbrüche zeigten die Grenzen des Ansatzes. Die Fachleute fordern eine sachgerechte Neubewertung durch Gesetzgeber und Kostenträger.
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