Insolvenzwelle, PE-Rekord und SAP-Rückzug: Der Gesundheitsmarkt 2025 steht vor einem Strukturwandel
Der deutsche Gesundheits-M&A-Markt blieb 2025 mit 240 Deals stabil, steht aber vor tiefgreifenden Veränderungen. Insolvenzdruck im Kliniksektor, ein PE-Rekord bei MVZ-Transaktionen und der SAP-Rückzug aus dem KIS-Markt prägen das Bild…
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Der „Transaktionsmonitor Gesundheitswesen 2025″ von PwC dokumentiert 240 Transaktionen im deutschen Gesundheitsmarkt, nahezu identisch mit dem Vorjahreswert von 237 Deals. Treiber waren Insolvenzdruck, Private-Equity-Aktivität und ein sich abzeichnender Strukturwandel im KIS-Markt.
Im Krankenhaussektor schrieben 66 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten im Jahr 2024 Verluste, für 2025 erwarten 70 Prozent einen Jahresfehlbetrag. Die Insolvenz der DRK Trägergesellschaft Süd-West führte zur Aufspaltung mehrerer Standorte auf verschiedene Träger. Freigemeinnützige, private und kommunale Träger nutzten das Marktumfeld zur selektiven Konsolidierung. Private-Equity-Investoren traten nur bei fünf der 33 Krankenhaustransaktionen als Käufer auf.
Im MVZ-Segment stieg die Zahl der Deals mit Private-Equity-Beteiligung von 40 auf 59 von insgesamt 68 Transaktionen. Carlyle investierte rund 250 Millionen Euro in die Augenheilkundeplattform Sanoptis. Zwei der drei größten europäischen Krebsbehandlungsplattformen fusionierten durch die Übernahme von Stingray Healthcare durch Amethyst Radiotherapy.
Der Pflegesektor erreichte mit 79 Transaktionen einen Höchststand, 30 davon aus Insolvenzverfahren. Das Transaktionsvolumen bei Pflegeimmobilien stieg um 18 Prozent. Hamburg erwarb das Portfolio „PFLEGEN UND WOHNEN Hamburg“ mit 13 Standorten und rund 2.400 Pflegeplätzen für rund 380 Millionen Euro zurück.
Im digitalen Bereich erhielt Amboss 240 Millionen Euro. Der Rückzug von SAP aus dem Modul „SAP für Healthcare“ zwingt viele Kliniken zum KIS-Wechsel. SAP stieg Anfang 2026 bei Avelios Medical ein, das mit Sequoia-Kapital ein neues KIS entwickelt. Die im Mai 2026 bekannt gegebene Partnerschaft zwischen Avel und der Fresenius Group könnte den KIS-Markt grundlegend verändern.
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