Integrierte Notfallzentren (INZ) in Gefahr: AOK kritisiert widersprüchliche Reformpläne
Die AOK begrüßt die Notfallreform grundsätzlich, warnt aber vor strukturellen Mängeln, die Milliarden-Mehrausgaben statt der geplanten Einsparungen verursachen könnten…
- Politik
Der AOK-Bundesverband unterstützt die Notfallreform dem Grunde nach, warnt aber vor drei konkreten Konstruktionsfehlern, die das Ziel der Milliardeneinsparungen gefährden und stattdessen Mehrausgaben erzeugen könnten. Das erklärte Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann anlässlich der öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss am heutigen 9. September 2026.
Erstens kritisiert die AOK den geplanten aufsuchenden Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um die Uhr. Dieser drohe während der Praxisöffnungszeiten ein konkurrierendes Angebot zur Regelversorgung zu schaffen, das weder medizinisch notwendig noch wirtschaftlich oder personell umsetzbar sei. Klare Abgrenzungsregelungen seien zwingend erforderlich.
Zweitens untergräbt eine Ausnahmeregelung das Konzept der Integrierten Notfallzentren (INZ): Krankenhausstandorte ohne INZ sollen weiterhin ambulante Notfallversorgung anbieten dürfen. Damit verliere der kostspielige Aufbau der INZ-Strukturen seinen Sinn.
Drittens fehlt bislang die Möglichkeit, Hilfesuchende nach der Ersteinschätzung im INZ verbindlich in die vertragsärztliche Regelversorgung weiterzuleiten. Ohne diese Steuerungsfunktion werde eine nachhaltige Entlastung der Krankenhausnotaufnahmen ausbleiben. Die vollständige Stellungnahme des AOK-Bundesverbandes ist auf der AOK-Website abrufbar.
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