Internationale Analyse aus 42 Ländern: Arbeitsbedingungen entscheiden über Verbleib im Pflegeberuf

Neue Pflegekräfte zu gewinnen reicht nicht, solange schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Belastung und fehlende Karriereperspektiven erfahrene Fachkräfte aus dem Beruf drängen…

15. September 2026
  • Personal
  • Pflege

Eine Analyse des Global Nursing Workforce Centre (GNWC), einer gemeinsamen Initiative des International Council of Nurses (ICN) und TruMerit, zeigt: Der globale Pflegemangel lässt sich nicht durch Rekrutierungskampagnen allein beheben. Entscheidend ist, dass Pflegefachpersonen langfristig im Beruf bleiben.

Das Evidenzpapier wertet Forschungsergebnisse aus 42 Ländern aus. Es zeigt, dass die Motive für die Berufswahl und die Gründe für den Verbleib im Beruf eng zusammenhängen. Der Wunsch, anderen zu helfen, bleibt der stärkste Antrieb für den Berufseinstieg. Arbeitsbedingungen, Bezahlung, gesellschaftliche Wertschätzung und Karriereperspektiven bestimmen jedoch maßgeblich, ob Pflegefachpersonen dauerhaft im Beruf bleiben.

Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und beruflicher Stress wirken dabei in beide Richtungen. Sie schrecken einerseits Nachwuchskräfte ab und treiben andererseits erfahrene Fachkräfte aus dem Beruf. ICN-Geschäftsführer Howard Catton betont, dass das Berufungsempfinden allein weder faire Vergütung noch Schutz vor Burnout biete.

Die Studie stellt zudem einen Wertewandel fest, da die jüngeren Generationen Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten bei der Berufswahl stärker als früher gewichten. Die Autoren fordern daher evidenzbasierte Personalstrategien, die Rekrutierung, Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklung und das Wohlbefinden von Pflegefachpersonen gleichwertig berücksichtigen.

Quelle:
bibliomed-pflege.de

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